Meilensteine in der Medizin - Das EKG

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Ein Elektrokardiogramm (EKG) zeichnet die Aktivität des Herzmuskels auf. Genauer gesagt laufen die Aktivitäten des Herzmuskels mit einer Anzahl elektrischer Signale ab, die wiederum vom EKG empfangen und aufgezeichnet werden können. Dazu wird auf dem Körper des Patienten an bestimmten festgelegten Stellen erst ein Kontaktgel aufgetragen, anschließend werden dort Elektroden angebracht.
Auf diese Art und Weise kann man wesentliche Informationen über das Herz bzw. die Funktionen des Herzens gewinnen. Zum Beispiel lassen sich durch ein EKG Herzrhythmus, also die Art des Herzschlags und dessen Frequenz (wie oft das Herz pro Minute schlägt) ablesen. Für die Diagnose und das Erkennen von Herzerkrankungen wie beispielsweise einem Herzinfarkt oder auch Herzrhythmusstörungen ist ein EKG unverzichtbar. Auch Hinweise auf Entzündungen von Herzmuskel oder Herzbeutel lassen sich durch diese Methode gewinnen. Die meisten Erkenntnisse aus einem EKG müssen durch weitere Untersuchungen bestätigt werden, ein EKG alleine liefert also noch keine Diagnose, leistet dazu aber einen wesentlichen Beitrag.

Seine Anfänge nahm das EKG bereits im 19. Jahrhundert. Im Rahmen von Experimenten mit Taubenherzen entdeckte Carlo Matteucci, dass die Tätigkeit des Herzens auf elektrischen Signalen beruht. Bis zum modernen EKG der Gegenwart war es seitdem aber noch ein längerer Weg. Das erste EKG beim Menschen zeichnete Augustus Waller zwar bereits 1887 auf, diese Aufzeichnungen waren jedoch noch ungenau und hatten bei Weitem nicht die Aussagekraft eines heutigen EGKs.
Wesentlichen Anteil an der Weiterentwicklung des EKGs und der verwendeten Instrumente hatte Willem Einthoven, auf den auch die bis heute verwendete Terminologie zurückgeht. Einthoven erhielt letzten Endes 1924 sogar den Nobelpreis.
Die Ableitungen bei einem EKG, also die Stellen, an denen die Signale aus dem Körper aufgenommen werden, wurden im Laufe der Zeit ebenfalls weiterentwickelt. So existieren heute unter anderem die Ableitungen nach Goldberger oder nach Willson. Bei der Ableitung kommt es darauf an, ob man die Signale an den Extremitäten, also an Armen und Beinen, oder an der Herzwand ableitet. Es macht also einen Unterschied dafür, wo die Elektroden angebracht werden.
Diese frühen Entwicklungen im Bereich des EKGs bilden die Grundlage für die viel größere Bandbreite von Untersuchungen und auch die unterschiedlichen Formen von EKGs, die inzwischen möglich sind.

Heutzutage wird ein EKG durchgeführt, wenn der Patient Symptome hat, die darauf hindeuten, dass es ratsam ist, auch das Herz zu untersuchen. Das können zum Beispiel Schmerzen in der Brust sein, aber auch Übelkeit und Erbrechen oder Schmerzen in der Schulter.
Dabei beeinträchtigt ein EKG die Betroffenen praktisch gar nicht, da es schmerzlos ist und zu den nicht eingreifenden Untersuchungen zählt. Auch danach brauchen Patienten nicht viel zu beachten. Das Kontaktgel, das verwendet wird, lässt sich einfach abwischen. Bei einem normalen EKG braucht man sich hinterher auch nicht auszuruhen oder eine bestimmte Zeit zu warten, bis man seinem Alltag weiter nachgehen kann.
Außerdem kann man ein EKG jederzeit wiederholen, mehrere Untersuchungen in kürzerer Zeit oder auch Langzeit-EKGs schaden dem Patienten nicht. Bei Langzeit-EKGs tragen Patienten ein entsprechendes Gerät teilweise über mehrere Tage. Möglich sind zum Beispiel Zeiträume von 24, 48 oder sogar 72 Stunden. Solche Langzeit-EKGs werden beispielsweise durchgeführt, wenn Patienten immer mal wieder an plötzlichem Herzrasen leiden, das unregelmäßig auftritt. Ein kurzes EKG von wenigen Minuten ist in solchen Fällen meistens nicht aussagekräftig genug. Deshalb werden die Herzaktivitäten über den längeren Zeitraum im Alltag überwacht, um festzustellen, wie sich das Herz bei alltäglichen Belastungen verhält.
Bei einem Belastungs-EKG, das zum Beispiel zur Feststellung von bei Belastung auftretenden Herzrhythmusstörungen durchgeführt wird, kann genau diese Belastung jedoch zu Problemen führen. So kann es bei den Patienten beispielsweise zu Brustschmerzen, Schwindel, Atemnot oder einem Abfall oder Anstieg des Blutdrucks kommen. Deswegen ist es wichtig, dass bei der Durchführung eines Belastungs-EKGs immer entsprechend geschulte Fachkräfte anwesend sind, die die möglichen Beschwerden erkennen und entsprechend reagieren können.

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